Michael F. Rohde

Lichtqualität im Fokus

Der Master-Studiengang Architectural Lighting Design an der Hochschule Wismar bietet angehenden Lichtdesignern eine international ausgerichtete Ausbildung. Dozent Michael F. Rohde sorgt dabei für eine praxisnahe Lehre, die auf seinen fundierten Erfahrungen als Lichtplaner basiert.

Im Herbst 2006 fand der erste „Internationale Lichtworkshop der Fontanestadt Neuruppin“ auf Initiative der brandenburgischen Kommune und der Hochschule Wismar statt. Der einwöchige Workshop für die Studenten des Studiengangs Architectural Lighting Design war der Einstieg in eine erfolgreiche Kooperation. Im Rahmen der Workshops haben die angehenden Lichtdesigner in den vergangenen Jahren das Museum, den Schulplatz, das Alte Gymnasium und jüngst die Neuruppiner Seepromenade mit Licht inszeniert. Nach drei erfolgreichen Jahren mit stetig wachsender Akzeptanz weit über die Stadtgrenzen hinaus haben die Hochschule Wismar und die Stadt Neuruppin im Jahr 2009 einen 10-Jahresvertrag abgeschlossen, der u. a. auch die finanzielle Absicherung der Workshops des Vertrages beinhaltet.

Der Neuruppiner Lichtworkshop ist nur ein Beispiel und gehört zum festen, praxisorientierten Programm des Studiengangs Architectural Lighting Design an der Hochschule Wismar. Zum Wintersemester 2001 von Prof. Dr. Thomas Römhild ins Leben gerufen, ist er bis heute bundesweit der einzige Master-Studiengang in der Architekturbeleuchtung. Angesiedelt in der Fakultät Gestaltung, in der Architektur, Innenarchitektur, Produkt- und Kommunikationsdesign gelehrt werden, bildet die interdisziplinäre Zusammenarbeit einen wichtigen Bestandteil des Studiums und ein Alleinstellungsmerkmal in der deutschen Bildungslandschaft. Hierzu zählen auch zahlreiche weitere anspruchsvolle Praxisprojekte, die innerhalb des viersemestrigen Ausbildungsprogramms absolviert werden müssen und von den Studenten interdisziplinäres Denken und Handeln verlangen. „Studenten können bei uns nur ihren Abschluss machen, wenn sie mehrfach, vor allem im ersten und zweiten Semester auch Leuchten in die Hand nehmen und praktisch umsetzen, was sie zuvor planerisch oder durch Brainstorming überlegt haben“, so Professor Michael F. Rohde, der seit 2006 an der Hochschule Wismar neben anderen Lichtdesign lehrt.

Ein weiterer Schwerpunkt seiner Lehre und aus der Praxis seines Büros L-Plan Lichtplanung sind Erkenntnisse aus dem Zusammenspiel von Licht und Gesundheit. Daraus resultierte das Light Symposium Wismar 2008 anlässlich der 100-Jahrfeier der Hochschule Wismar. Im Vordergrund stand die Fragestellung: Wie lassen sich Erkenntnisse aus der therapeutischen Lichtanwendung sinnvoll in die Architekturbeleuchtung integrieren? Der große Erfolg der Auftaktveranstaltung führte zum Light Symposium Stockholm 2010, eine Kooperation mit der Partneruniversität, der Königlich Technischen Hochschule Stockholm, und der Einladung zum Symposium 2012 – vom 3.– 6. Oktober wieder in Wismar.

Als Inhaber und Gründer von L-Plan Lichtplanung mit Hauptsitz in Berlin verfügt Michael F. Rohde über einen reichen Erfahrungsschatz, der durch die Arbeit an Planungsprojekten unterschiedlichster Couleur, insbesondere aber auch durch die Zusammenarbeit mit namhaften Architekten gespeist wird. 1998 gegründet, wurde L-Plan bereits im darauf folgenden Jahr mit der Lichtplanung für den Post Tower in Bonn beauftragt und erfuhr internationale Anerkennung (IALD Award 2003). Darauf folgen weitere internationale Auszeichnungen – z.B. für die Ärztekammer Berlin, Highlight Munich Business Towers, Merck Serono in Genf, 7 Oaks Farm, St. Charles, Illinois und „Terra Mineralia“, die Mineralogische Sammlung im Schloss Freudenstein in Freiberg.

Interessante Projekte entstehen zusätzlich aus der Zusammenarbeit mit Yann Kersalé, der bei zahlreichen Projekten involviert ist. Zum Portfolio von L-Plan Lichtplanung gehört die Beleuchtung von Museen und Kirchen, Kaufhäusern, Büro- und Verwaltungsgebäuden, aber auch die Realisierung von internationalen Lichtkunstprojekten und Licht Masterplanung. Ganz aktuell arbeitet das Büro u. a. am Doha CC+T, Lichtgestoeber Frankfurt™, an der Beleuchtung des Financial Districts in Shanghai, der Lichtgestaltung für den Ehrenhof des Bundesrates Berlin und der Beleuchtung des Dresdener Zwingers.

Die Wismarer Studenten profitieren von dem profunden Praxiswissen ihres Dozenten, für den die Verbindung zwischen Technik, Gestaltung und Gesundheitsaspekten des Lichtes die wesentliche derzeitige Herausforderung darstellt. Im Schnitt erhalten rund 25 Studenten pro Jahr die Möglichkeit, Architectural Lighting Design in Wismar zu studieren. Die Zahl hochqualifizierter Bewerber ist weit höher. Dass Studierwillige weltweit Interesse an dem Studiengang zeigen, liegt an seiner internationalen Ausrichtung: Gelehrt wird von Beginn an ausschließlich in englischer Sprache. Die Ausbildung umfasst neben theoretischen Grundlagen, den praktischen Übungen und Workshops ein obligatorisches Praxissemester. „Unsere Absolventen sollen sich nach dem Studium in jedem Lichtplanungsbüro sehr gut zurechtfinden und erfolgreich ins Planungsteam einbringen können“, formuliert Prof. Rohde den Anspruch an seine Lehre.

Website von Michael F. Rohde